FOTO-Blog

Fotografie Frank Mühlhausen

LEICA Q oder einfach eine kleine Kamera…

Leica Q2

Back to the roots? Zurück zu einer Kamera, die man „immer dabei haben kann“ und die die wesentlichen Einstellungen der Fotografie (ISO, Blende, Zeit) – gekoppelt mit einer hochwertigen Optik – ermöglicht…. Ich habe mich lange gewehrt, eine zweite Marke mit unterschiedlichem Bedienkonzept zu nehmen. Wenn es schnell gehen muss, ist es sinnvoll, sich „blind“ zurecht zu finden. Trotzdem eine Leica – mal sehen, ob das ,mit der schnellen Bedienung und dem Wechsel zwischen Nikon und Leica so klappt. Aber das „Will haben-Gefühl“ war im unmittelbaren Kontakt zu dieser leichten „Immer-dabei-Kamera“ zu groß.

Das ist hier kein Review über die Q2 und auch kein technischer Beitrag – über die Q2 findet ihr genug Informationen im „Netz“.

Die Kamera macht einen extrem wertigen Eindruck und ist auch für einen „Nikon-Gewohnten“ nach kurzer Eingewöhnung gut zu bedienen. Wichtig beim „Cusomizing“: ein Schnellzugriff für die Belichtungskorrektur (habe ich auf die FN-Taste in Verbindung mit dem Einstellrad rechts gelegt) und der Back Button Autofocus (den bin ich einfach von Nikon her gewöhnt). Nach einigem Suchen und Googeln dann die Lösung: auf den „Zoom/Lock“-Button legen – funktioniert prima!

Mit der Q2 hat man eine Kamera, deren Optik ohne Diskussion einfach nur „erhaben“ ist und mit der die Ruhe wieder einkehrt.

Ach ja – und die Vorliebe zu Schwarz/Weiss kommt auch wieder :-))

Pro:

  • Kompakt, nicht auffällig bei Street-Fotografie
  • Leistungsstark (Bildqualität sehr gut, Autofokus schnell und zuverlässig, Display und EVF prima)
  • Tolle Haptik, bringt Spaß an der Fotografie
  • Makro am Objektiv mit einfacher Drehung aktivierbar
  • Summilux-Optik ab Blende 1.7
  • Wertige Verarbeitung
  • Klare Menustruktur – einleuchtend, selbsterklärend
  • Funktionstasten belegbar
  • Insgesamt: eine Kamera, die man – wenn man sie in die Hand bekommen hat – nicht mehr loslassen will

Kontra:

  • Preis
  • Keine Wechseloptik
  • Akku mit deutlich begrenzter „Laufzeit“…man sollte also Reserve dabei haben…

LEICA SL2

Von der Bedienung her gilt: Leica ist Leica…. d.h die Bedienung der SL2 gestaltet sich ähnlich wie die der Q2 (oder anders herum). Wer eine angefasst hat, findet sich in der anderen schnell zurecht. Mehr belegbare Funktionstasten erleichtern gegenüber der Q2 die „Arbeit“ – auch hier gilt: Lange die Funktionstaste drücken und sofort kann man aus eine Funktionsliste auswählen. Praktisch und einleuchtend!

Um das ähnlich wie bei meinen persönlichen Nikon-Voreinstellungen zu gestalten (wer stellt sich schon gern um, wenn er schnell in die Tasten greifen muss?), habe ich auf die vorderen Tasten den AF-Modus und die Belichtungsmessung in den Schnellzugriff gelegt.

Oben auf dem Gehäuse habe ich beide Tasten mit Belichtungskorrektur und ISO, die eigentliche FN-Taste an der Rückseite ist meistens mit der Umschaltung von Einel-auf Serienbildfunktionen (bei mir) belegt.

Das Daumen-Einstellrad für die Blende, das obere Rad für Verschlusszeit und im Modus MF den Joystick bei Druck auf Autofokus continuous… damit komme ICH am besten klar.

Etwas gewöhnungsbedürftig (oder eben anders …) ist der On/off-Schalter links an der Rückseite …!

Pro:

  • Wertig, solide verarbeitet
  • Objektive super
  • Einleuchtendes, gutes Bedienkonzept, fast selbsterklärend….
  • Bildschirm und EVF sehr gut
  • Funktionstasten gut (für mich) belegbar und absolut ausreichend
  • Tolle Bildqualität
  • Tolle Stabilisierung (IBIS und Objektiv)
  • Auch hier gilt: die Kamera macht einfach viel Spaß und ist zwar schwerer als die Konkurrenz (z.B von Nikon die Z6/Z7), aber für mich liegt sie gut in der Hand und ich mag ein bisschen mehr an Umfang und Gewicht…

Kontra:

  • wofür ist sie eigentlich nicht gedacht? Wenn es auf Schnelligkeit (Action, Wildlife) und hohe Brennweite ankommt, ist sie nicht meine erste Wahl. Brennweiten ab 300 mm stehen von Leica nicht zur Verfügung! Für Action/Wildlife und Brennweiten ab 300 mm bleibt Nikon mein Favorit…
  • Akkulaufzeit relativ kurz
  • Preis (??), eigentlich für die Leistung und Qualität nicht zu hoch, aber im Vergleich zur Konkurrenz doch sehr weit entfernt… das gilt auch für die Objektive
  • Kein High-ISO-Gerät

Zur Bildqualität: Auch hier gibt es genug „professionelle Tests“ im Netz – mein schneller Eindruck: hat man sich an die Bedienung (schnell) gewöhnt, sind die Bilder mit dem 24-90 Vario Elmarit 2.8-4.0 der SL-Serie aus meiner Sicht einfach nur gut… subjektiv: Nikon macht tolle, klare Bilder – für meinen Begriff zu „neutral / perfekt“. Leica sieht einfach anders aus, ohne wirklich den Unterschied beschreiben zu können. Man mag und liebt es oder eben auch nicht – keiner muss schliesslich Leica nehmen :-))

und hier ein paar erste Aufnahmen mit der Kombi:

November 2020 Randecker Maar im Sonnenaufgang…

Zur frühen Stunde am Randecker Maar – diesmal gab es für den Frühaufsteher wieder reichlich Wolkenmalerei sowie einen Sonnenaufgang hinter einem Baum… sieht aus, als ob der Baum brennt.

Der Wind ist dort immer zuhause – d.h bei nahe Null Grad am Morgen mehrere Schichten übereinander tragen und hoffen, dass einem die Finger beim Fotografieren nicht abfrieren.

Ein einsamer Stern…

Schwarz/Weiss in der Landschaft

Wie wirkt schwarz/weiß in der Landschaftsfotografie? Wie kann ich selbst bei Landschaft in S/W denken bei einer Aufnahme? Eine Hilfe ist, dass man in Leicas S/W für die JPEG einstellen kann und sein Bild im Sucher bereits S/W sieht. Die meisten Bilder sind trotzdem mit der „normalen“ Farbeinstellung gemacht… Ein Thema, dem ich mich in nächster Zeit gern widmen will… S/W wiederentdeckten / auffrischen und mit der Landschaftsfotografie verknüpfen.

Aufgenommen alles im DNG, also farbig… S/W hat aber seinen eigenen Look… kann süchtig machen wie auch bei diesem Beispiel:

oder hier:

Die Himmelsblume

Der Winter ist in der Stadt angekommen...

Januar 2021 – Unterwegs im Schnee….

Landscape mit Tele-Objektiv? Ja, manchmal braucht es das, wobei ich sagen muss dass ich nicht oft ein 500-er Tele für Landschaftsaufnahmen verwende….

Aber manchmal kommt es doch zum Einsatz, so z.B heute bei einem Tripp zum Dreifürstenstein im tiefen Schnee und – oben angekommen – mit starkem Wind (laut Wetter-News Böen bis zu 60 kmh – ich habe mich dann entschlossen, den gleichen Weg zum Abstieg zu nutzen und diesmal KEINE Rundtour entlang dem Felsabbruch zu machen…).

Blick vom Dreifürstenstein auf die Hohenzollern

Strukturen im Schnee…

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Schutz in der Hütte am Dreifürstenstein…bei Kälte und eisigem Wind eine gute Installation :-))

Februar 2021: Sigma 100-400…ein Eindruck

Wie schlägt sich ein Sigma 100-400 / 5-6.3 an einer SL2 im Vergleich zB zu einem Leica 90-280??

Eine durchaus günstige Variante für Wanderungen / Touren…. wesentlich leichter als das Leica-Objektiv und in der Brennweite flexibler.

Sigma: 1135g

Leica: 1710g

Der Preisvergleich spricht natürlich ebenfalls klar für Sigma… aber da habe ich zumindest Zweifel, ob ein Fremdobjektiv so einfach mit einer Leica-Brennweite mithalten und den Ansprüchen genügen kann.

Zugegeben – nur ein erster Eindruck und kein detaillierter Vergleich. Ebenfalls zugegeben – der Vergleich hinkt in sofern noch, als das Sigma an einer SL2s (24 Megapixel) gegen das Leica 90-280 an der SL2 (47 Megapixel) antritt….

Also nur eine erste Orientierung (behalte ich das Objektiv?) – aber immerhin.

Testbild Leica SL2s bei 1600 ISO

Testbild 90-280 an der SL2 bei ISO 400

Mein persönliches „Schnell-Fazit“: ich behalte (auch) das günstige Sigma für Fototouren, bei denen es auf das Gewicht ankommt!

Ein ganz anderes Thema ist bei Wildlife allerdings die AF-Performance… da hinkt Leica (leider) aus meiner Sicht weit hinter meine Wildlife-Ausrüstung von Nikon her… d.h wenn es auf Geschwindigkeit ankommt, bleibt die D5 mein treuer Begleiter!